Hier zwei Geschichten aus meinen Beratungsalltag. Diese Situationen haben sich so zugetragen. Die Namen wurden jedoch geändert und die Orte anonymisiert.

Sonja’s Geschichte

Sonja kann über Mittag Joshua stillen

Sonja (29) hat 8 Wochen nach der Geburt des kleinen Joshua mit mir Kontakt aufgenommen und wir konnten so den bevorstehenden Wiedereinstieg ins Berufsleben miteinander vorbereiten.

Joshua ist ein einfaches Kind: Er wird gestillt, aber trinkt Muttermilch auch vom Schoppen, egal wer ihn ihm gibt, sei es der Vater, die Schwiegereltern oder das Grosi.

Der Morgen startet immer gleich. Sonja stillt ihr Baby und pumpt gleichzeitig Milch für den Schoppen ab. Danach macht Sie Joshua bereit für die Übergabe an die Betreuungsperson, die zu Hause mit Joshua bleibt. Meist ist das jemand aus der Familie. Sonja arbeitet 40% als Sekretärin in einem Büro unweit ihres Wohnortes. Sie musste 14 Wochen nach der Geburt wieder einsteigen. Bei der Arbeit kann sie zwischendurch abpumpen und die Muttermilch gekühlt aufbewahren. Das wurde vorgängig mit dem Chef besprochen.

Mittags wird Joshua vorbei gebracht, Sonja kann ihn stillen und anschliessend selber zu Mittag essen.

Arbeiten und Stillen klappt bei Sonja und Joshua gut, alles ist gut aufgegleist und funktioniert auch. Bei Fragen, Unsicherheiten ruft mich Sonja an oder schickt eine Nachricht.

Nächstens wird das Stillen am Mittag mit einer Beikost-Mahlzeit für Joshua ersetzt. Diese Anpassung wird Sonja in ihren arbeitsfreien Tagen mit Joshua einführen und die Betreuungspersonen werden es danach übernehmen. So wird Sonja eine längere Mittagspause haben, wenn sie am Mittag nicht mehr stillt. Langfristig ist geplant, dass Joshua jeweils einen Tag in einer Kita und einen Tag vom Vater betreut wird.

Dies ist eine optimale Situation, in der alles gut vorbereitet wurde und für alle Beteiligten aufgeht. Sonja weiss sich unterstützt und begleitet.

Naomie’s Geschichte

Naomie kann bei der Arbeit maximal 2 Pumppausen machen und das Baby trinkt schlecht vom Schoppen

Naomie (23) meldet sich bei mir ca. 14 Wochen nach der Geburt von Cheyenne. Sie hat soeben erfahren, dass sie in 2 Wochen wieder arbeiten muss und sucht nun Hilfe, wie sie dies mit dem Baby bewerkstelligen kann.

Cheyenne trinkt super an der Brust, möchte aber auf keinen Fall einen Schoppen nehmen, den verweigert sie. Von einer Beraterin hat Naomie gehört, sie müsse schnell mit der Beikosteinführung starten, also bei Arbeitsbeginn gestartet haben, oder sie solle gleich abstillen, dies wäre am einfachsten. Naomie ist verunsichert. In einem klärenden Gespräch suchen wir gemeinsam nach Lösungen, wie sie die Wiederaufnahme der Arbeit bewältigen kann.

Als erstes versuchen wir mit Cheyenne einzuüben, den Muttermilch-Schoppen durch den Vater anzunehmen, was aber nur teilweise gelingt. Mit viel Geduld und Liebe des Vaters wird zwar geübt, doch Cheyenne will keine ganze Mahlzeit vom Schoppen trinken. Da der Arbeitsbeginn schnell näher rückt, beginnt Naomie nun die Beikost einzuführen. Zum Glück zeigt Cheyenne, dass sie dazu bereit ist.

Der Morgen startet immer zur gleichen Zeit mit Aufstehen, Stillen und Bringen in die Kita. Eine Kita-Betreuerin versucht am Vormittag Cheyenne die abgepumpte Muttermilch im Schoppen zu geben, was auch hier nur bedingt klappt. Zum Mittag bekommt Cheyenne einen Brei.

Naomie pumpt um ca. 10.00h an der Arbeit Muttermilch ab. Am Mittag ist dies kaum möglich, da der Arbeitgeber Naomie nur eine kurze Mittagspause zugesteht. Ca. um 15.00h pumpt die Mutter nochmals ab, geht dann um 17.00h nach Hause, wo sie ihre Tochter stillt. Die abgepumte Muttermilch wird einerseits für den Schoppen für den kommenden Tag verwendet und auch dem Brei für Cheyenne beigemischt.

In der Zukunft wird die Beikost eine Muttermilch-Mahlzeit nach der anderen ablösen. Dies in Abständen von jeweils 3-4 Wochen, so dass sich Cheyenne jeweils an die neue Situation gewöhnen kann.

Und Ihre eigene Geschichte?

Möglicherweise ist Ihre Situation zu einigen Begebenheiten in den zwei Geschichten ähnlich, manche Faktoren sind bei Ihnen wiederum völlig anders. Schlussendlich lautet die Frage: Wie wird Ihre persönliche Geschichte ablaufen? Welche Lösungen werden Sie finden? Wo haben Sie Fragen und wo brauchen Sie Unterstützung? Gibt es ein Happy End?

Seit vielen Jahren berate ich Mütter zum Thema „arbeiten-und-stillen“. Dabei mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Frauen, die Unterstützung in Anspruch nehmen, häufig so zu besseren Lösungen kommen für das Kind, für die Familie und für sich selber. Sie können meist länger stillen, was für das Baby von grossem Vorteil ist.

Um den verschiedenen Bedürfnissen gerecht zu werden, habe ich unterschiedliche Coaching-Angebote zusammengestellt. Sie können die Begleitung „arbeiten-und-stillen“ entweder als eigenständiges Beratungspaket buchen oder es in ein Abo integrieren. Schauen Sie sich die Angebote an und fragen Sie bei Unklarheiten ungeniert nach.